Einsatzgebiete von Microblogging in Unternehmen – Teil 2 von 4

Gestern haben wir bereits praktische Beispiele (Wissensmanagement, Networking, Unternehmenskommunikation, Berichterstattung , Verbreitung der Unternehmenskultur) für den Einsatz von Microblogging in Unternehmen gezeigt. Heute gehen wir auf den Einsatz im Projektmanagement und dem betrieblichen Vorschlagwesen ein. Anschließend wird die Frage geklärt, welche Vorteile Microblogging gegenüber einer Intranet-Lösung haben kann. Auf geht's!

Projektmanagement

Auch wenn Microblogging einen Projektplan keinesfalls ersetzen kann, kann das Medium als ergänzendes Instrument im Projektmanagement eingesetzt werden. Jeder Mitarbeiter kann ohne große technische Hürden vom Projektfortschritt berichten. Das Erreichen von Meilensteinen kann genauso kommuniziert werden, wie verschobene Deadlines oder unvorhergesehene Zwischenfälle. Alle Projektbeteiligte können jederzeit durch eine kurze Nachricht kenntlich machen, dass sie den Zeitplan des Projekts gefährdet sehen. Dank der Kopplung an SMS-Diensten ist dies auch von unterwegs (Baustelle, Außendienst, Montage etc.) möglich.

Betriebliches Vorschlagswesen

Welches Unternehmen lebt nicht von guten Ideen? Auch wenn es in der Praxis oft anders gehandhabt wird, kommen diese viel eher von den eigenen Mitarbeitern als von externen Beratungsunternehmen. Gute Ideen entstehen nicht immer hinter den verschlossenen Türen der Konferenzräume, sondern oftmals im Betrieb. Geben Sie Ihren Mitarbeiten eine Stimme. Microblogging kann dazu genutzt werden, von überall Vorschläge für Verbesserungen zu sammeln. Schnell, kompakt und unkompliziert.

Warum nicht einfach ein Intranet?

Viele der oben genannten Punkte erscheinen auf den ersten Blick nicht neu. Viele Unternehmen setzen schon heute Intranet-Lösungen für die interne Kommunikation ein. Das Problem dabei ist, dass dort selten Konversation entsteht. Gründe dafür gibt es viele. Oftmals setzt die Technik hohe Hürden oder ein kompliziertes Rechtesystem verbietet schlichtweg das Veröffentlichen von Beiträgen. Hinzu kommt, dass viele Mitarbeiter sich nicht trauen, einen langen Bericht zu verfassen. Auch die fehlende Zeit wird oftmals als Ausrede Grund genannt. Für 140 Zeichen sollte jedoch jeder Mitarbeiter Zeit haben. Auch die technische Hemmschwelle ist deutlich geringer. Text eintippen und abschicken. Leichter geht es kaum.

Der größte Unterschied zwischen Intranet und Microblogging dürfte jedoch der Kommunikations-Weg sein. Intranets sind meist Top-Down organisiert. Bei dieser Kommunikation „von oben nach unten" ist oft die Führungsetage der Urheber der Nachrichten. Die Unternehmensführung informiert die Angestellten. Diese Art der Berichterstattung mag in einigen Fällen die richtige sein, effektiver ist aber oftmals die Umkehrrichtung: Bottom-up.

Unternehmen leben von Mitarbeitern. Hören Sie zu, was sie zu sagen haben und binden Sie Angestellte mit ein. Das Optimum: Jeder im Unternehmen bekommt die Möglichkeit, aktiv zu kommunizieren und somit den Unternehmenserfolg mit zu gestalten.

Fazit

Das als Plaudertaschen-Eldorado verschriene Microblogging lässt sich wunderbar für die unternehmensinterne Kommunikation einsetzen. Durch das Jeder-bekommt-eine-Stimme-Prinzip kann jeder einzelne Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg beitragen.

Ab Mittwoch zeigen wir den externen Nutzen von Microblogging in den Bereichen Marketing, Monitoring, CRM, Verkauf und Recruiting.

Alle Teile der Serie "Einsatzgebiete von Microblogging in Unternehmen" im Überblick:
Teil 1:
Interner Einsatz: Wissensmanagement, Networking, Unternehmenskommunikation, Berichterstattung, Verbreitung der Unternehmenskultur

Teil 2:
Interner Einsatz: Projektmanagement, Betriebliches Vorschlagswesen, Warum nicht einfach ein Intranet?

Teil 3:
Externer Einsatz: Marketing, Monitoring / Marktforschung, CRM

Teil 4:
Externer Einsatz: Krisenmanagement, Verkauf, Recruiting

Powerpoint-Version:
Die komplette Blogreihe als PPT in englischer Sprache.

Corporate Twitter – Zwitschern für den Unternehmenserfolg:
Einführung in die Twitter-Thematik

Die Serie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicherlich gibt es noch weitere interessante Einsatzgebiete und Geschäftsideen im Bereich Microblogging. Ergänzungen und Diskussionen sind herzlich willkommen.

Den conception-Blog gibt es übrigens auch bei Twitter: @conceptionblog. Der Autor twittert unter @derlangemarkus.

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