Mobile Tagging – Gag oder "The Next Big Thing" im Crossmedia Marketing?

Von Frank Schwedes - 10.08.2009

Mobile Tagging wird gerne als der Missing Link zwischen Offline und Online Kommunikation bezeichnet. Können die kleinen quadratischen Pixelgrafiken tatsächlich die Hoffnung erfüllen, die viele in sie setzen? In loser Folge werden wir dieses Thema näher beleuchten, beschreiben, was Mobile Tagging eigentlich ist, Anwendungsbereich vorstellen, die technischen Hürden beschreiben, die noch zu nehmen sind und Resourcen veröffentlichen, die Marketing Entscheider kennen sollten, damit dieser Crossmedia Trend nicht an ihnen vorbei zieht. Gag oder Big Thing? Wie werden sehen, viel Spaß beim Lesen. Feedback ist ausdrücklich erwünscht!

Trends nicht verschlafen

qr code für conception.cc

qr code für conception.cc

Zwei Trends unserer Tage sind nicht zu übersehen: Die Internetnutzung wächst stetig und der Gebrauch von mobilen Endgeräten zur Kommunikation und Information steigert sich weltweit rasant. Dank sinkender Nutzungsgebühren und Datenflatrates stecken iPhone, Blackberry und Kollegen heute nicht nur bei Präsidenten und Vorstandsmitgliedern im Jacket, sondern sie erfreuen sich auch beim normalen Volk immer größerer Beliebtheit. Überall wird fleißig gesurft, gechattet, getwittert und gemailt – hin und wieder auch telefoniert. Unternehmen, die diese Trends in ihrem Marketing-Mix nicht berücksichtigen handeln fahrlässig und verpassen Chancen bei der eigenen Positionierung, der Kundenansprache und  Kundeninformation. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um die Vermarktung von Gummibärchen oder Baggern handelt.

Der Missing Link

Mobile Tagging nutzt diesen Trend und verlinkt  die reale Welt mit dem mobilen Internet. Offline Medien werden auf diese Weise interaktiv. Mobile Tagging könnte man auch als den Missing Link zwischen klassischen und neuen Medien bezeichnen. Objekte (z.B. Messeexponate) oder Printmedien (z.B. Plakate, Displays, Anzeigen, Kataloge) werden mit physikalischen Hyperlinks bestehend aus einer quadratischen Pixelmatirx (z.B. in Form von 2D-Barcodes) ausgestattet.

Tagging Prozess

Tagging Prozess, Quelle: Wikipedia

Mit einem Foto-Handy wird dieser Code fotografiert/gescannt, ein Reader entschlüsselt die Information und stellt , z.B. im Falle einer decodierten URL , die Verbindung zu einer für die mobile Nutzung optimierten Internetseite her.

Dort werden weiterführende, vertiefende Informationen angeboten oder andere Inhalte ergänzen  das eben noch in der realen Welt Gesehene oder Gelesene um multimediale Aspekte aus der virtuellen Welt. Reaktionen wie z.B. Bestellung, Reservierung, Abonnierung, Feedback, etc  können zeitnah, messbar und ortsunabhängig entgegen genommen werden. Das ist Dialogmarketing der neuesten Generation.

Technologische Voraussetzungen

Anbieter, die Mobile Tagging strategisch in ihre Kommunikationskonzepte integrieren wollen benötigen :

1. Code Generator (z.B. von Kaywa)

2. Code Management (optional, z.B. von Tagnition)

3. Optimierten Webcontent für die mobile Nutzung (z.B. mit DotMobi)

Die Zielgruppe einer MT Kampagne benötigt:

1. Internetfähiges Foto-Handy

2. (Kostenlosen)Code Reader (bei Nokia Handys vorinstalliert)

3. Am besten eine Datenflatrate für ´s Handy

Also alles recht überschaubar und im Vergleich zu ähnlichen Ansätzen aus den Bereich RFID (Radio Frequency Identification) oder NFC (Near Field Communication) halten sich die Investitionen doch sehr in Grenzen. Im Internet stehen Code Generatoren (kostenlos für nicht kommerzielle Zwecke) zur Verfügung. Aktuelles Handicap ist die Auswahl des richtigen Codes selbst. Hier herrscht (noch) eine etwas verwirrende Vielfalt im Bereich der hier zur Diskussion stehenden 2D-Barcodes.

QR-Code Übersicht, Quelle: Wikipedia

QR-Code Übersicht, Quelle: Wikipedia

QR Code auf dem Vormarsch

Allerdings scheint sich aktuell der sogenannte Quick Response Code (QR-Code) der japanischen Firma Denso Wave immer mehr durchzusetzen. In Japan ist er schon weit verbreitet und gerne genutzt. Denso hat auf Lizengebühren verzichtet und somit kann der Code auch für kommerzielle Zwecke  lizenz- und kostenfrei genutzt werden. Ob er sich in Europa und USA auch durchsetzt ist zur Zeit noch offen. Big Player Microsoft zieht mit einem farbigen Code um die Gunst der User in die Schlacht. Alleine diese Tatsache beweist das Potenzial der Technologie. Noch werden die Claims abgesteckt, noch ist ungeordnete Aufbruchstimmung. Aber der Durchbruch eines Standards liegt sicherlich in naher Zukunft.

Ein QR-Code kann alphanummerisch bis zu 4296 Zeichen enthalten. Genug Platz also zum Beispiel um eine URL vernünftig unterzubringen. Aber auch reine Textinformationen sind vorstellbar. Allerdings fehlt dann der wichtigste Nutzen des Codes: Das Herstellen einer Verbindung zum Internet. Verlinkt der QR-Code dann auf Webinhalte sollte diese für das Surfen via Handy optimiert sind. Auch wenn mehr und mehr Handybrowser „normale“ Websites immer besser darstellen, ist gerade bei strategischen MT eine mobil nutzbare Internetseite, auf die der QR-Code verweist, eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Kampagne. Nur solche Seiten bieten die Gewähr, dass die User nicht vergrault werden und Inhalte auch optimal zugänglich sind. Im Internet stehen Dienste zur Verfügung, um einfache kleine Mobile Webseiten zu erstellen. Das reicht für den privaten Gebrauch oder den Schützenverein aber nicht für ernstgemeinste Business Websites. Hier sollten Sie jemanden fragen, der sich damit auskennt.

Viele Anwendungsbereiche für B2C und B2B Marketing sind denkbar, einige gibt es bereits schon. Außerdem kündigt sich eine Nachfolgetechnologie an, die bei einem 1otel an Platz ein Mehrfaches an Daten unterbringt. Davon mehr im nächsten Artikel sonst wird´s hier zu lang.

P.S.: Hier geht´s zur QR Code Umfrage http://twtpoll.com/porw7c Gag oder Big Thing? Was meinen Sie?

Aktueller Zwischenstand der Umfrage:

 


  1. [...] This post was Twitted by mweinelt [...]

    Pingback von Twitted by mweinelt, 10. August 2009, 15:20 Uhr
  2. Sehr schöne Zusammenfassung dieser, bereits lang andauernden, Thematik. Glaube ebenfalls, dass sich der QR Code durchsetzt allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis es für den Mainstream einsetzbar wird.. abgesehen natürlich von den Media & Technikfreaks ;-) . Aufklärungskampagnen zur Nutzung und der nötigen Software werden folgen und kurz danach wahrscheinlich Rabattaktionen via Code, so könnte man dieses Feature der Masse schmackhaft machen.

    Kommentar von Onlines SnaXs, 11. August 2009, 00:13 Uhr
  3. Auch ich schließe mich dem Lob an – schöne Zusammenstellung und vor allem mit praktischen Beispielen, wie es denn gehen kann. Zwar bin auch ich noch ein Handy-User, der mit seinem Gerät in der Regel nur telefonieren und es wegwerfen kann, aber auch ich sehe mich noch als lernfähig, wenn denn das Lernziel sich lohnt.

    Also schauen wir, was da noch alles auf uns zukommt.

    Grüße Harald Weber

    Kommentar von Harald Weber, 11. August 2009, 08:23 Uhr

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